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MASSAGNO Luganos streitbare Ecke liegt in Massagno. Hier, nur einen Steinwurf von einer der dicksten Verkehrsadern der Stadt entfernt, sind der Mieterschutzverband und Patrick Stroppas Progetto Green, Punto Verde, zu Hause. Bis vor kurzem befand sich auch der Luganeser Homosexuellentreff <Spazio Gay> in der Nachbarschaft, doch sind die Jungs in der Zwischenzeit umgezogen. Patrick Stroppa ist ein Mann, der kein Blatt vor den Mund nimmt, und, wenner dies für nötig hält, auch zu juristischen Mitteln greift. Der ehemalige Jungsozialist gründete 1996 das <Progetto Green>, womit er ursprünglich haftentlassenen Drogenabhängigen den Wiedereinstieg in die Gesellschaft ermöglichen wollte. Bald schon machte sich sein Konzept selbständig, denn in den Räumlichkeiten der <Capolinea> wurden all jene angeschwemmt, die unsere Gesellschaft an den Rand gespült hatte: Alleinerziehende fanden vorübergehend Bett und Gesellschaft, Arme, Randexistenzen. Zwischen 1998 und 99 trat der Kanton an Patrick Stroppa heran und bat ihn, vom zehnjährigen Mietvertrag zurückzutreten. Im <Capolinea> sollten fortan Halbgefangene untergebracht werden. Die Stadt Lugano stellte dem <Progetto Green> als Ersatz die ehemalige Masseria Gervasoni in Aussicht. Zustande kam der Handel allerdings nicht. Zwar zogen Stroppa und seine Leute aus, doch laut Stroppa verknüpfte der damalige Stadtrat Giorgio Salvadè den Mietvertrag an die Stockholmer Konvention. Patrick Stroppa fühlte sich hintergangen und reichte am 22. August vergangenen Jahres eine Anzeige gegen Giorgio Salvadè ein. Unter Beschuss gerieten fünf Tage vorher, am 17. August 2001, auch die vier Ärzte Claudio Bosia, Mattia Cassina, Pina Grignoli und Werner Nussbaumer, denen der streitbare Querdenker eine zu grosszügige Verschreibung von Methadon vorwarf. Die jüngste Klage stammt vom 9. Januar und konzentriert sich auf verdeckte Vermittler aus Italien, die Stroppa illegal auf Tessiner Boden vermutet. Die sogenannten <007> hielten sich laut Stroppa am 6. Januar in der Nähe des <Punto Verde> in Massagno auf, wo der Bergamasker Stadtrat Diego Parimbelli auf Besuch weilte. An der Grenze empfingen den Gemeindepolitiker und seine Begleiterin die Grenzwacht, um ihnen mit wissendem Blick aber ergebnislos das Auto zu durchsuchen. Einem jungen Besucher aus Udine ging es, laut eigenen Angaben, gleichentags ähnlich. Suzanne Furrer (Tessiner Zeitung 12.1.2002)
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