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Per ottenere
la Pace e la tolleranza,
occorre che ognuno
faccia la propria parte.
E' necessario pertanto
avere un insieme di laicita',
diritti civili e Giustizia,
in modo che ogni
collettivo o individuo,
riesca a spingere
verso un Mondo
di Pace e Tolleranza
Emilio Gerosa
(sociologo  gennaio 2002)

Querdenker aus
Leidenschaft

Interview von SUSANNE FURRER
Patrick Stroppa ist ein Querdenker aus Leidenschaft.
Und er nimmt dabei einiges in Kauf.
Der Präsident der Tessiner Hanfproduzenten und -händler und Gründer der sozialkritischen Organisation <Progetto Green> sprach mit der <TZ>
über seine Erfahrungen mit der Drogenpolitik und der Hoffnung auf eine
menschlichere Gesellschaft.
TZ: Ist es nicht widersprüchlich, sich gestrandeter Drogenabhängiger
anzunehmen und gleichzeitig die Liberalisierung von Canabis zu fordern?
Stroppa: Nein, denn Canabis gehört für uns in die gleiche Gruppe wie Alkohol
und Tabak. Zwanzig Prozent der Bevölkerung lebt in Abhängigkeit zu
irgendeiner Substanz. In diesem Sinne ist das Drogenproblem Ausdruck
eines Leidensdrucks.

TZ: Canabis gilt bis heute als Einstiegsdroge.
Stroppa: Wir haben auf Luganos Piazza Dante eine Umfrage unter 50
Drogensüchtigen durchgeführt. Die Hälfte kam übers Ecstasy oder über Kokain zum Heroin.

TZ: Was haben Sie denn dem Suchtproblem entgegenzusetzen?
Stroppa: Wärme und zwischenmenschliche Beziehungen. Die ersten Kontakte
knüpfen wir direkt in der Szene, damit die Süchtigen wissen, wo sie Hilfe
bekommen. Wendet sich dann ein Abhängiger an uns, versuchen wir, ihm eine mindestens drei Monate dauernde medizinische Betreuung zukommen zu lassen, denn gewöhnlich entwickelt ein Süchtiger erst nach dieser Zeit eine
Zukunftsperspektive. Wir helfen dem Betroffenen, ein soziales Netz zu
knüpfen, wobei darauf geachtet werden muss, dass jeder Person die für sie
geeignete Lösung angeboten wird.
TZ: Wie finanzieren sie das Progetto Green?
Stroppa: In fünf Jahren haben wir 250 000 Franken Eigenmittel ausgegeben;
derzeit haben wir rund 90 000 Franken Schulden. Wir verzichten bewusst
darauf, Zuschüsse vom Kanton oder von der Stadt zu beantragen, weil ich es
unverantwortbar finde, die kommunale Drogenpolitik zu kritisieren und
gleichzeitig öffentliche Gelder zu kassieren. Um das Projekt zu finanzieren,
bin ich als Journalist tätig und stehe für Studientage und Vorträge über
Jugendthemen zur Verfügung.
TZ: Besteht eine Zusammenarbeit zwischen dem Progretto Green
und dem Kanton?
Stroppa: Sagen wirs so. Vor allem im Sozial- und Gesundheitsdepartement
treffe ich auf Menschen, die für unsere Anliegen ein offenes Ohr haben. Denn
ich bin insbesondere mit dem Canabisbericht der Eidgenössischen Kommission
für Drogenfragen einverstanden.
TZ: Wie sieht die Zukunft aus?
Stroppa: Ich hoffe, in den kommenden Wochen mit der Gemeinde eine Einigung zu finden. Wir planen, die Piazza Indipendenza das ganze Jahr hindurch zu nutzen. Dabei denke ich an einen Markt, auf dem Bioprodukte verkauft werden sowie an einen mobilen Kiosk der Solidarität. Ausserdem interessiert mich das San Carlino, auf dem ich kleinere Kulturanlässe durchführen möchte.
Denkbar wären Blues- oder Jazzkonzerte oder eine Modenschau. Und natürlich
sind wir immer noch auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten.
Suzanne Furrer (Tessiner Zeitung 12.1.2002)

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